Der Weilburger Taunusclub hatte die Aufgabe übernommen, den Merenberger
Schloßberg zu pflegen und Instand zu halten. 1893 wurde für 2800 Goldmark die
Treppe im Bergfried gebaut. Doch auf die Dauer war es für die Weilburger Freunde
nicht mehr möglich, die Unterhaltung zu übernehmen. Mit der Gründung des
Weilburger Zweigvereins 1926 war, dank der Initiative des Studiendirektors Dr.
Schwing, der Beginn der Gründung von weiteren Zweigvereinen im Oberlahnkreis
gemacht worden.
Im Frühjahr 1927 wurde auf Anregung von Dr. Schwing der Westerwaldverein,
Zweigverein Merenberg - als 2. Zweigverein im Oberlahnkreis - gegründet, der 35
Mitglieder zählte.
"Ich habe bis jetzt Vorträge über die engere Heimat gehalten. Schönheitssinn
ist dadurch geweckt und gepflegt worden, und das Band zwischen Schule und Haus
fester gewunden worden", so schrieb der damalige Merenberger Lehrer Velten,
Gründungsvorsitzender des Zweigvereins, in der Schulchronik. Damit wurde die
Pflege und Unterhaltung des Schloßbergs in die Hände der Merenberger Mitglieder
gelegt.
Nach Lehrer Veltens Wegzug nach Griesheim übernahm der neue Schullehrer
Friedrich Kuhmann am 21. Juli 1928 den Vorsitz dieses jungen Vereines. 2.
Vorsitzender war Otto Drees, Schriftführer Wilhelm Wenzel und Kassierer war
Wilhelm Mehr.
Die Aufgabe, die sich der Zweigverein Merenberg damals stellte, war also die
Pflege des Schloßbergs, denn von der Dorfseite her hatte man einen sehr
schlechten Zugang zur Burgruine. In den folgenden Jahren wurden Hecken gerodet,
Treppenstufen gelegt und Bäume gepflanzt. 100 Jungbirken wurden von einer
Pflanzschule in Holstein bezogen, Jungfichten stellte das Merenberger Forstamt
zur Verfügung und Theodor Dienstbach sen. pflanzte ca. 20 Akazien.
Im Jahre 1935 wurde auf der Südseite des Schloßbergs oberhalb des Anwesens
Walter Kurz eine schöne lichte Fläche geschaffen und durch eine Trockenmauer
eingefasst. Auf dieser Fläche wurde eine Eiche gepflanzt. Der Name, den die
Mitglieder des Westerwaldvereins ihr gegeben haben, sei vergessen, doch möge sie
weiterhin Zeugnis geben vom Fleiß und der Hingabe der Männer, die den
Westerwaldverein, Zweigverein Merenberg, vor 50 Jahren ins Leben gerufen haben.
Nun, was hatte der junge Verein damals an Einnahmen aufzuweisen? Neben den
geringen monatlichen Beiträgen vereinnahmte der Verein ein Weidegeld für das
Weiden auf den Wiesen am Nordwesthang des Schloßbergs. Dieses Weiden war nur für
die Schafe, Ziegen und Kühe der Mitglieder erlaubt. Sie hatten dafür 25 Pfennig
für eine Ziege oder ein Schaf und 50 Pfennig für eine Kuh zu zahlen.
Nach 1939 nahm die Mitgliederzahl rapide ab. In den Protokollen bis zu diesen
Jahren wird in jeder Jahreshauptversanmalung der Wunsch gehegt, dass die "noch
verbliebenen Kameraden der Ortsgruppe die Treue halten mögen".
Von Wanderungen vor dem Krieg ist nicht viel bekannt. Eine Sternwanderung des
östlichen Vereinsgebietes des Hauptvereins führte am 23. Juni 1931 auf den
Schloßberg nach Merenberg. Des weiteren wurde von 4 Männern und 3 Frauen eine
zweitägige Wanderung zum Herborner Haus bei Schönbach unternommen.
In den Kriegsjahren und unmittelbar danach ruhte die Vereinsarbeit. Erst zu
Beginn der fünfziger Jahre wurde der Zweigverein wieder aktiv. Seit dieser Zeit
existieren Mitgliederverzeichnisse, in denen auch die Vorstandsbesetzungen
niedergeschrieben wurden. 1951 zählte der Verein 20 Mitglieder. Der Vorstand
bestand aus:
Otto Rosenhahn, 1. Vorsitzender, Friedrich Kuhmann, Schriftführer und Wilhelm
Willig, Kassierer. Otto Rosenhahn gab dem Verein neue Impulse. Er erinnerte sich
an den § 1 der Satzung des Hauptvereins, in dem über den Zweck in Abschnitt 5
folgendes ausgesagt wurde:
"Der Westerwald-Klub ist ein Verein, dessen Zweck ist: den Westerwald
wissenschaftlich, besonders auf geologischem, geographischem,
vorgeschichtlichem, geschichtlichem, volkskundlichem, wirtschaftlichem,
literarischem und künstlerischem Gebiete zu erforschen und die Ergebnisse dieser
Forschungen zu veröffentlichen."
Otto Rosenhahn hätte gerne als Freund von Altertümern und Kunstgegenständen ein
Museum eingerichtet. Dieses sollte in der alten Pförtnerwohnung des Westtores
einziehen. Gerade in Merenberg inspirierte ihn dazu die Zeugen großer
geschichtlicher Vergangenheit. Mit alten Holz- und Zinntellern, Löffeln,
Spinnrädern, Flachshecheln, Kinderwiegen und ähnlichem veranstaltete er im Jahre
1951 im Saal des Gasthauses "Zum Weißen Roß" eine gut besuchte Ausstellung. Sein
großes Ziel, nämlich die Einrichtung eines Museums, erreichte er nicht. Aus
beruflichen Gründen verzog er 1952 nach Elz, wo er am 17. März 1961 verstarb.
Noch einen Namen sollte man an dieser Stelle besonders erwähnen: Wilhelm Willig,
eher bekannt unter seinem Ortsnamen "Treppe Schlosser". Er war bis 1967 nicht
nur Kassierer, sondern auch in großem Maße Initiator und Geschäftsführer in
einer Person.
In den Jahren von 1951 bis heute hat sich einiges im Zweigverein geändert. Mehr
und mehr wurde wieder gewandert und damit ein wesentlicher Beitrag zur Pflege
der Geselligkeit geleistet. Neben Wanderungen. in der engeren Heimat nahmen
Mitglieder auch an Sternwanderungen und Deutschen Wandertagen teil, die sie nach
Nassau, Lohr am Main, Beilstein, Altenkirchen, Wismar, Hachenburg, Herrschbach,
Herborn und Siegen führten. Innerhalb unserer Gemarkung wurden an markanten
Punkten Ruhebänke aufgestellt.
Die Kassenlage wurde durch eine seit 1964 jährlich am 1. Mai auf der Höhburg
stattfindende Maifeier systematisch aufgebessert, so dass der Zweigverein 1972
mit eigenen Mitteln und unter Mithilfe der Gemeinde auf der Höhburg eine
Schutzhütte errichten konnte. Die Kosten für den Bau der Schutzhütte betrugen
2.873,-- DM, dazu kamen die Eigenleistung der Mitglieder und die Zuwendung der
Gemeinde Merenberg. Diese stellte das Bauholz kostenlos zur Verfügung. Gerade
diese Schutzhütte, die die Inschrift trägt: 'Hui ! Wäller? Allemol !
Westerwaldverein Merenberg", ist mit dem schön hergerichteten Grillplatz ein
kleines Schmuckstück in unserer Gemarkung, auf das der Verein mit Recht stolz
sein kann.
Auf der Höhburg kreuzen sich zwei Hauptwanderwege: IV (Ost-West Verbindung)
Vallendar - Weilburg und 7 (Nord-Süd Verbindung) Haiger -Weilburg.
Von 1953 bis 1955 war nach den Unterlagen Helmut Fries Vorsitzender, 1956 Ernst
Hoffmann und von 1957 bis 1976, also 20 Jahre, führte Otto Jöckel den
Zweigverein.
Eine weitere Aufgabe erfüllte der Zweigverein 1974 und 1975 im Rahmen des
Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden". Zu diesem Anlass wurden auf
Initiative des Wanderwartes Ewald Jung vier Rundwanderwege mit insgesamt 32 km
Wanderstrecke gekennzeichnet.
Von 1977 bis 1991 hieß der 1. Vorsitzende Heinrich Velten. In seiner Zeit wurde
im Jahre 1977 das 50 jährige Vereinsbestehen in der Merenberger Sporthalle
begangen, sowie im Jahre 1987 anlässlich des 60 jährigen Bestehens des Vereins
das Herbststerntreffen des Hauptvereins in Merenberg ausgerichtet.
Von 1992 bis 1995 war Arthur Ladendorf der 1. Vorsitzende.
Seit der Jahreshauptversammlung 1995 bis heute wird der Verein von
Winfried Stroh
geführt
1997 wurden auf der Höhburg mit Hilfe zahlreicher Mitglieder in vielen
Arbeitsstunden mit Unterstützung der Gemeinde und der Forstverwaltung,
rechtzeitig zur 1.Mai-Feier, neue Sitzgruppen errichtet.
Anlässlich des 70 jährigen Bestehens des Vereins, wurde am 04. Mai 1997 das
Frühjahrssterntreffen des Hauptvereins ausgerichtet, bei dem unser Verein einen
positiven Eindruck bei der Presse und den Teilnehmern sowie bei dem Vorstand des
Hauptvereins hinterließ. Rechtzeitig zum diesem Ereignis konnte der Verein
4 Wanderwege, die von
Ewald Jung und Heinrich Velten neu gekennzeichnet wurden der Gemeinde Merenberg
übergeben.
1999 erfolgte der Eintrag im Vereinsregister beim Amtsgericht in Weilburg. Der
Verein trägt jetzt den Namen Westerwaldverein Zweigverein Merenberg e.V. und ist
Mitglied im Westerwald-Verein e.V.
Seit Frühjahr 2001 ist unser Verein im Internet unter dem Namen
Westerwaldverein-Merenberg.de zu finden.
„Hui! Wäller? Allemol!“ Unter dem Motto dieses Rufes wurde am 21. September 2002
in der Merenberger Sporthalle das 75 jähriges Jubiläum begangen. Schirmherr Herr
Rudolf Schäfer konnte wegen einer plötzlichen Erkrankung leider nicht
teilnehmen. Der Landrat des Landkreises Limburg Weilburg Herr Dr. Manfred Fluck,
der stellvertretende Vorsitzende des Hauptvereins Herr Friedrich Georg, sowie
der erste Beigeordnete der Gemeinde Merenberg Herr Siegfried Jung, Vorstände und
Mitglieder befreundeter Zweigvereine, sowie viele Ortsvereine und Freunde des
Vereins waren nach Merenberg gekommen um dieses Jubiläum mit dem Verein zu
feiern. Die Festrede wurde von dem Wanderfreund Eginhard Kuhmann verlesen, der
darin einiges aus der Geschichte des 1927 gegründeten Vereins erzählte. Auf dem
Programm standen außerdem Ehrungen für Besondere Verdienste um den Verein, für
25 Jahre, 40 Jahre und für 50 Jahre Mitgliedschaft, sowie die Ernennung von
Ehrenmitgliedern. Umrahmt wurde der Abend von Gedichtvorträgen, Darbietungen des
Gesangvereins Lyra, den Burgsängern sowie der Tanzgruppe Vita Vivo.
2003 im September wurden auf der Höhburg die Sitzgruppen komplett neu gestaltet.
Zugleich wurde das Dach der Schutzhütte neu eingedeckt.
In den Jahren 2004 und 2005 wurden die Arbeiten auf der Höhburg weiter
fortgeführt. In der Schutzhütte wurde ein Boden aus Steinzeug angebracht, sowie
neue Fenster eingesetzt und die Treppe erneuert.
Die 2003 aufgestellten Sitzgruppen wurden ein Opfer von Vandalismus und mussten
leider schon wieder repariert werden.
80 Jahre Westerwaldverein Merenberg
Anlässlich des 80 jährigen Jubiläums hatte der Verein am 21. April 2007 nach
Niedershausen ins Gasthaus zum Westerwald eingeladen.
Mit dem Ruf der Westerwälder:
Hui Wäller Allemol
eröffnete Winfried Stroh den Abend unter dem Hinweis, dass 80 Jahre zwar kein
klassisches Vereinsjubiläum sind, aber durchaus ein Grund diesen Geburtstag
trotzdem Form eines Vereinsabends zu feiern. In seiner Begrüßungsrede ging der
Vorsitzende sowohl auf die Entstehung, als auch auf die aktuelle Situation des
Vereins ein, indem in einem kurzen Abriss die Geschichte des Vereins bis zum
heutigen Tage vortrug. Ingesamt wurden an diesem Abend 22 verschiedene Ehrungen
durch den Geschäftsführer des Hauptvereins Hr. Noll vorgenommen. Nach einer
Pause kam man dann zu dem eigentlichen Höhepunkt des Abends Hr. Dr. Holger
Rittweger, Leiter des Mobilen Landschaftsmuseums konnte mit seinen Vorträgen
Geopark Westerwald - Lahn – Taunus, Wasser - Feuer - Wind - Mit der Zeitmaschine
durch die Erdgeschichte die Anwesenden nicht nur in seien Bann ziehen, sondern
mehr als mehr als begeistern.
Außerordentliche Mitgliederversammlung 2011
Am 26.November 2011 fand im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung Merenberg eine
Außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Dabei wurde von der Versammlung
einstimmig und ohne Stimmenthaltung folgender Beschluss gefasst, Die
Mitgliedschaft im Hauptverein zum 31.12.2011 zu kündigen.
2012
Im 85. Jahr seines Bestehens hat der Westerwaldverein Merenberg seine
Mitgliedschaft im Hauptverein zum 31. Dezember 2011 gekündigt. Auf der
Jahreshauptversammlung im Landgasthof Rudolph stimmten die Mitglieder einstimmig
sowohl dem neuen Vereinsnamen und Logo als auch der Satzungsänderung zu. Der
Verein wird zukünftig nur noch Westerwaldverein Merenberg e.V. heißen. Durch den
Austritt aus dem Westerwaldverein gehe zwar ein gutes Stück Tradition verloren,
doch dürfe man den finanziellen Aspekt nicht aus den Augen verlieren, betonte
der 1. Vorsitzende „Für uns heißt das jetzt, einfach wie gewohnt weitermachen.
Weitermachen mit der Markierung von zwei Fernwanderwegen, den vier örtlichen
Wanderwegen und der Unterhaltung der 25 Ruhebänke innerhalb der Kerngemeinde,
die der Verein aufgestellt hat, sowie der Schutzhütte auf der Höhburg“, fasste
der erste Vorsitzende die Aufgaben des Vereins zusammen. Die bestehenden
Kontakte zu den befreundeten Zweigvereinen des Westerwald-Vereins sollen auch
weiterhin gepflegt werden. Ein Familienabend anlässlich des 85 jährigen
Vereinsjubiläums ist in 2012 geplant.
